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Artikel Oberhessische Presse vom 25.04.2015

 

Im Sauseschritt zur Bioenergiestadt

 

Rauschenberger feierten am Freitagnachmittag den ersten Spatenstich für ihr Nah- wärmenetz Großer Tag für Rauschenberg: Am Freitag erfolgte der erste Spatenstich für das Nahwärmenetz. Damit ist Rauschenberg auf dem Weg zur ersten Bioenergiestadt der Region.

 

Vereint beim ersten Spatenstich (von links) Genossenschaftsvorstand Dieter Bartelmeß, Landrätin Kirsten Fründt, Bürgermeister Michael Emmerich, Genossenschaftsvorstand

Axel Schmidt, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, der Bundestagsabgeordnete

Dr. Stefan Heck, Genossenschaftsvorstand Helmut Schmid, Wärme-Erzeuger Herbert Stracke von der Fiddemühle und Gunter Brandt, Planer des Rauschenberger Nahwärmenetzes.                                                                             Foto: Matthias Mayer

 

 

Rauschenberg. Gut 200 Besucher und Ehrengäste verfolgten bei Kaiserwetter den sym- bolischen Akt am Gemeinschaftshaus Kratz‘sche Scheune, an den sich ein Fest für die Bürger und Gäste anschloss.Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich, der als eh-renamtlicher Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft Bioenergiedorf Josbach zu den hei-mischen Bioenergie-Pionieren gehört, würdigte das sagenhafte Engagement und Arbeitstem-po des Rauschenberger Nahwärme-Teams. Zwischen Vorlage und der Machbarkeitsstudie und dem Baustart sei nur ein gutes Jahr vergangen. „Eine tolle Leistung“, sagte der Bürgermeister, der mit Blick auf demnächst drei Nahwärmenetze und zwei Windparks in seiner Stadt zu Recht den Führungs-anspruch für Rauschenberg in Sachen erneuerbare Energien einforderte.

 

Landrätin Kirsten Fründt sprach von einen Projekt für Rauschenberg, für den Landkreis und für die Energiewende. Die Genossenschaftsmitglieder ermöglichten mit ihrem Engagement die erste Bioenergie-stadt des Landkreises und setzten einen Kontrapunkt zu der Skepsis, die derzeit die Diskussionen um erneuerbare Energien im Landkreis dominiere.„Sie haben eine tolle Entscheidung getroffen, die ein gutes Beispiel dafür ist, wie Bürger selber die Energiewende gestalten können“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Zugleich würdigte er den Mut die Initiatoren. Es sei immer mutig, Abschied von alten Gewohnheiten zu nehmen, der in diesem Fall mit einem Stück Unabhängigkeit für die Rauschenberger belohnt werde. Axel Schmidt vom Genossenschaftsvorstand hatte eingangs den Werdegang des Projekts skizziert – von einem ersten Treffen Interessierter im Winter 2013/ 2014 bis zum ersten Spatenstich. Die sehr schnelle Umsetzung von der Idee zur Tat sei nicht allein der großen Unterstützung durch den Bürgermeister, den bewehrten Planer Gunter Brandt und dem Finanzpartner VR-Bank Hessenland zu verdanken, sondern auch den 134 Genossenschaftsmitgliedern, die für deutlich mehr Haushalte stünden. Ein positives Ergebnis der gemeinsamen Anstren-gungen: künftig werden in Rauschenberg jährlich 12 volle Sattelzüge mit Heizöl eingespart. Die Genossenschaft Nahwärme Rauschenberg ist Bauherr des von dem Einbecker Physiker Gunter Brandt geplanten Projekts, das absolut ehrgeizig ist. Dafür sprechen allein die nackten Zahlen.

 

Das Nahwärmenetz bringt es auf stolze 10,4 Kilometer Länge und hat in der Bergstadt Rauschenberg vom Niveau der Wohra bis hoch hinaus zur alten Schule enorme Höhen-unterschiede zu überwinden. Das Netz wird 167 Haushalte mit umweltfreundlich erzeugter Nahwärme versorgen. Errech-neter Wärmebedarf der Genos-senschaftsmitglieder: 5,5 Millio-nen Kilowatt-Stunden.Haupt-wärmeliefrant ist die 500 kW starke Biogasanlage der Fid-demühle. Der Hof der Familie Stracke befindet sich abseits der Stadt im Wohratal.

Die Baukosten sind mit 4,2 Millionen Euro veranschlagt – inklusive Wärmepufferspeicher, Spitzenlastkessel, Pumpen und Steuerung. Schon zum 30. November dieses Jahres soll das Netz fertig sein und die Genossenschaftsmit-glieder mit Wärme versorgen.

 

Aber das ist noch alles. Für 2016 plant die Genossenschaft einen zweiten Bauabschnitt. Am Festplatz soll ein Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk ent-stehen und an das Netz an- geschlossen werden. Die Verlängerung des Netzes erlaubt es, weitere Häuser in der Oberstadt anzuschließen.

 

Nach dem Festakt spielte der Musikverein Rauschenberg auf. Landfrauen, Burschenschaft und die Feuerwehr Rauschen-berg bewirteten die Besucher an diesem großen Tag.

 

von Matthias Mayer
 

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